Ein Tag mit... Juliane Rebstock
Redakteurin im Ernst Klett Verlag, Stuttgart

Nach einem Absolventenpraktikum im Ernst Klett Verlag war für Juliane Rebstock klar: Hier m?chte ich gerne bleiben. Als Redakteurin konzipiert sie nun digitale Angebote für Lehrer und Schüler. Eine Aufgabe, die Kreativit?t, Kommunikationsst?rke und strukturiertes Denken erfordert.

Von der Schule in den Verlag


8.57 Uhr: An der Haltestelle Feuersee verl?sst Juliane Rebstock den Bus, nur wenige Meter Fu?weg vom Geb?ude des Ernst Klett Verlags entfernt.

9.03 Uhr: Juliane Rebstock begrü?t ihre Kollegen. Wie einige von ihnen hat sie Lehramt studiert – Deutsch und Englisch. Nach dem Referendariat entschied sie sich jedoch gegen eine Karriere am Gymnasium. ?Ich habe gemerkt, dass mir die methodisch-didaktische Arbeit einfach mehr liegt als die p?dagogische Praxis“, erinnert sie sich. Ein Absolventenpraktikum brachte sie schlie?lich zum Ernst Klett Verlag. Nach neun Monaten war das Praktikum vorbei – und eine Redakteursstelle im Team wurde frei. Juliane Rebstock blieb. Seit vier Jahren entwickelt sie nun Ideen für die Lehrwerksreihe Green Line. Dabei ist sie speziell für digitale Produkte zust?ndig. Hier geht es weniger um die Neuerstellung von Inhalten, sondern die Adaption bestehender Inhalte und Werke für digitale Medien.

Redaktionsarbeit ist Teamarbeit

10.30 Uhr: Der erste gro?e Termin des Tages steht an. Zum w?chentlichen Jour Fixe trifft sich das gesamte Green Line Team – Gruppenleiter, Redaktion und Redaktionsassistenz. W?hrend der  n?chsten zwei Stunden stellen die Redakteure den Stand ihrer Projekte vor: Wie geht es mit der Manuskripterstellung voran? Wie l?uft die Zusammenarbeit mit den Externen? Welche Fragen gibt es noch zu kl?ren? Wie entwickeln sich die Absatzzahlen?

12.30 Uhr: Die Mittagspause verbringen die Kollegen meist gemeinsam. Manchmal in einem Restaurant in der N?he, h?ufig aber in der Kantine. ?Das Essen hier ist sehr gut, wir kommen gerne hierher“, sagt Juliane Rebstock.

Was ich an meiner Arbeit besonders sch?tze? Ich kann dazu beitragen, dass guter Unterricht gelingt. Ich war selbst Lehrerin und kenne die Perspektive einer Lehrkraft. Dadurch kann ich einsch?tzen, wie wir als Verlag mit unseren Materialien unterstützen k?nnen.

13.15 Uhr: Die vergleichsweise ruhige Zeit nach dem Mittagessen verbringt Juliane Rebstock mit dem Lesen und Bearbeiten von Manuskripten externer Autoren sowie mit der Arbeit an neuen Konzepten. Die Entwicklung guter Lehrwerke erfordert eine umfassende Kenntnis des Bildungssystems, der Besonderheiten der Bundesl?nder ebenso wie der Unterschiede zwischen G8 und G9.

Jedes Jahr wird ein neuer Green Line-Band für die digitale Anwendung adaptiert. ?Natürlich hat man nach ein paar Jahren auch eine gewisse Routine“, sagt Rebstock. ?Man lernt viel, was man für die n?chste Ausgabe wieder anwenden kann. Aber die Inhalte ?ndern sich st?ndig – und selbstverst?ndlich auch die technischen M?glichkeiten.“

Juliane Rebstock ist sich sicher, dass sie bei ihrer Arbeit von den Erfahrungen profitiert, die sie im Studium und im Referendariat gemacht hat: ?Ich kann dazu beitragen, dass guter Unterricht gelingt“, sagt sie. ?Ich war selbst Lehrerin und kenne die Perspektive einer Lehrkraft. Dadurch kann ich einsch?tzen, wie wir als Verlag mit unseren Materialien unterstützen k?nnen.“ Ob ?ihre“ digitalen Lehrmittel diesem Anspruch gerecht werden, davon kann sie sich regelm??ig selbst überzeugen: Zwei Mal im Jahr nimmt sie am Unterricht teil und sieht, wie die Lehrmaterialien in der Praxis eingesetzt werden.

15:06 Uhr: Das Telefon klingelt. Eine Kollegin aus dem Marketing hat eine Rückfrage zum Digitalen Unterrichtsassistenten, einer Anwendung, mit der Lehrerinnen und Lehrer ihren Unterricht vorbereiten und multimedial gestalten k?nnen. Als Verantwortliche für die von ihr betreuten Produkte steht Juliane Rebstock auch den Kollegen zur Seite, die sich nach der Ver?ffentlichung um diese Produkte kümmern – sei es im Marketing, im Au?endienst oder im Kundenservice.

15:22 Uhr: Das Testing eines Digitalen Unterrichtsassistenten steht an. Nachdem die Redaktion die Inhalte ausgew?hlt und die Herstellung sie in die entsprechende Form gebracht  hat, wird das Produkt befüllt. Das Ergebnis wird in der Redaktion intensiv überprüft, bevor es für den Kunden freigeschaltet wird: Sind alle Inhalte korrekt? Findet sich der Nutzer im Programm zurecht? Und l?uft es einwandfrei? ?Eine gewisse technische Affinit?t ist für mich als Redakteurin hilfreich, gerade weil ich haupts?chlich digitale Produkte betreue“, meint Rebstock.

17.07 Uhr: In wenigen Wochen soll das eBook pro, die digital angereicherte Version von Band 4 der Green Line Reihe ver?ffentlicht werden. Nun steht die überprüfung der Bildrechte an – nicht gerade Rebstocks Lieblingsaufgabe, sie arbeitet lieber kreativ. Doch das eBook pro liegt ihr besonders am Herzen. An seiner Konzeption war sie von Anfang an grundlegend beteiligt. ?Ein pers?nliches Highlight für mich war es, unsere Ergebnisse auf der Bildungsmesse Didacta zu pr?sentieren.“

17.30 Uhr: Juliane Rebstock macht sich auf den Heimweg. Kurz vor der Ver?ffentlichung eines neuen Produkts kann es auch mal l?nger werden. Heute jedoch hat sie eine Verabredung: Am Abend wird sie am Lesekreis im Stuttgarter Literaturhaus teilnehmen.

 

 

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